Hier geht es um Splink, das quelloffene Werkzeug der britischen Regierung zur Datensatzverknüpfung — nicht um die Zahlungs-App oder das Vertriebsanreiz-Unternehmen gleichen Namens.
Das britische Justizministerium hat ein kostenloses Werkzeug gebaut, Splink, das die getrennten Datensätze, die der Staat über Sie führt — Justiz, Gesundheit, Steuern, Sozialleistungen, Volkszählung —, zu einem einzigen verknüpften Profil zusammennäht, selbst wenn diese Datensätze keine gemeinsame ID teilen. Es ist rechtmäßig. Es breitet sich aus. Und fast niemandem wird gesagt, dass es geschieht. Dies ist eine fünfteilige Untersuchung, vollständig aus öffentlichen Dokumenten erstellt und adversariell faktengeprüft.
Hier anfangen — die fünf Teile
1. Wie Splink funktioniert — die visuelle Einführung in zwei Minuten: kein Hack, keine Einwilligung, kein Opt-out.
2. Die stille Zusammenführung — die ursprüngliche Untersuchung, mit dem archivierten Beweisschrank.
3. Statistik oder operativer Einsatz? — die Linie, die die Regierung gezogen hat, und wo sie darüber hinausgegangen ist.
4. Wer Splink tatsächlich nutzt — vierzehn Anwender, gestuft danach, was sich belegen lässt.
5. Nebenan für rechtswidrig erklärt — was die Gerichte entschieden haben und was nicht.
Häufige Fragen
Was ist Splink?
Splink ist ein kostenloses, quelloffenes Werkzeug zur probabilistischen Datensatzverknüpfung, gebaut vom britischen Justizministerium. Es gleicht Datensätze über dieselbe Person aus getrennten Datenbeständen ab, die keine gemeinsame ID teilen, und nutzt dafür das statistische Modell von Fellegi–Sunter.
Wer nutzt Splink in der britischen Regierung?
Unabhängig bestätigte operative Nutzer sind das Justizministerium und das Office for National Statistics (im Ausland zusätzlich Australiens Bureau of Statistics). Splinks eigene Seite listet außerdem NHS England (dessen laufendes System tatsächlich deterministisch ist), das Department for Education, Kommunen, Deutschlands Destatis, die EU-Arzneimittelagentur und UNHCR — Angaben, die auf Selbstauskunft beruhen und in mehreren geprüften Fällen unbestätigt sind.
Werden meine personenbezogenen Daten mit Splink verarbeitet?
Wenn Sie das britische Justizsystem oder den NHS durchlaufen haben oder bei der Volkszählung 2021 erfasst wurden, könnten Ihre Datensätze mit Splink oder einem ähnlichen Werkzeug verknüpft worden sein. Verknüpfung ist im Allgemeinen rechtmäßig und erfolgt auf de-identifizierten Daten, doch Einzelpersonen wird nicht mitgeteilt, wenn ihre Datensätze abgeglichen werden.
Können meine Datensätze ohne meine Einwilligung verknüpft werden?
In vielen Fällen ja. Das britische Recht — darunter der Digital Economy Act 2017 und gesetzliche Befugnisse aus dem Statistics and Registration Service Act 2007 — erlaubt es, de-identifizierte Datensätze für Statistik und Forschung ohne individuelle Einwilligung, Benachrichtigung oder Opt-out zu verknüpfen.
Wurden Splink oder MoJ Data First für rechtswidrig erklärt?
Nein. Kein Gericht und keine Aufsichtsbehörde hat Splink, das Programm Data First, den ONS Integrated Data Service oder ADR UK für rechtswidrig erklärt. Die Tätigkeit bewegt sich innerhalb des bestehenden Rechtsrahmens — und genau den untersucht diese Recherche. Die Einwanderungsausnahme des DPA 2018 nebenan wurde dagegen dreimal für rechtswidrig erklärt.
Ist Splink nur ein Statistikwerkzeug oder auch operativ im Einsatz?
Beides. Überwiegend wird es für Statistik und Forschung genutzt. Doch die Transparenzunterlagen der Regierung selbst zeigen, dass das Justizministerium es auch operativ einsetzt — darunter ein Echtzeit-Pilotprojekt zur Verknüpfung bei Gericht und eine tägliche Übermittlung von Nummern des Police National Computer von der North Essex Probation Delivery Unit an die Polizei.
Ausschließlich aus öffentlichen Dokumenten erstellt; jede Behauptung mit Quelle belegt und adversariell faktengeprüft. Vollständige Belege und die Master-Analyse mit 14 Profilen: GitHub-Repository.