Herkömmliche Verschlüsselung markiert sich selbst.
Das ist das Problem, über das niemand spricht. Man verschlüsselt eine Datei, und plötzlich leuchtet sie. Sie verkündet: Hier liegt etwas Wertvolles. Schon der Akt des Schützens macht Daten zum Ziel.
Ich habe jahrelang aus einem ungewöhnlichen Blickwinkel darüber nachgedacht. Nicht aus der Wissenschaft. Aus dem Affiliate-Marketing, aus internationalem SEO, aus Systemen, die in 160 Ländern unsichtbar funktionieren mussten, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Die Einsicht kam aus dieser Welt: Die besten Systeme sehen nicht wie Systeme aus. Die besten Links sehen nicht wie Werbung aus. Die beste Architektur sieht nicht wie Architektur aus.
Also habe ich eine andere Frage gestellt.
Was wäre, wenn verschlüsselte Daten überhaupt nicht verschlüsselt aussähen?
Was wäre, wenn die Ausgabe statt einer Wand aus Zufallsbytes — die schreit: Ich verberge etwas — wie ein natürlich geschriebener Satz auf Japanisch aussähe? Oder auf Arabisch? Oder wie ein Gedicht auf Suaheli?
Aus dieser Frage wurde der Polyglottal Cipher.
Die Antwort steckt in Unicode. Die meisten kennen Unicode als das System, das internationalen Text verarbeitet. Was die meisten nicht wissen: Unicode enthält 133.387 Zeichen aus 202 Sprachtraditionen. Die überwiegende Mehrheit dieser Zeichen kommt in normalem Text nie vor.
In diesem ungenutzten Raum lebt der Polyglottal Cipher.
Wir nehmen Ihren Klartext. Wir verschlüsseln ihn mit ChaCha20-Poly1305 — einer der stärksten verfügbaren symmetrischen Chiffren. Statt diese verschlüsselte Nutzlast dann als Block unlesbarer Bytes zu präsentieren, kodieren wir sie steganografisch in Unicode-Glyphen aus echten Sprachtraditionen.
Die Ausgabe sieht aus wie Text. Natürlicher, menschlicher Text. In der Sprache Ihrer Wahl.
Selbst wenn ein Angreifer sie abfängt, weiß er nicht, dass er eine verschlüsselte Nutzlast in Händen hält. Er sieht Text. Und ohne den Schlüssel kann er nicht einmal beweisen, dass überhaupt verschlüsselt wurde.
Das ist nicht nur Privatsphäre. Das ist Unsichtbarkeit.
Post-Quanten-resistent. Beim EPO zum Patent angemeldet. In formaler wissenschaftlicher Begutachtung durch die COSIC-Gruppe der KU Leuven — das Team, zu dem Professor Vincent Rijmen gehört, einer der beiden Menschen, die AES entworfen haben.
Ich komme nicht aus der Kryptografie-Wissenschaft. Ich komme daher, Systeme zu bauen, die leise funktionieren mussten, in großem Maßstab, in jedem Markt der Welt.
Es stellt sich heraus: Genau diesen Hintergrund braucht man, um die richtige Frage zu stellen.