Bran (Brandon) Myers
Persönlich · Essay · July 2026

Lösch mich nicht

Es gibt eine Folge von Mr. Robot mit dem Titel „Don’t Delete Me“.

Heute Abend fühlte sie sich nicht wie Fiktion an.

Es fühlte sich an, als hätte jemand still in mein Leben gegriffen und Gedanken aufgeschrieben, die ich nie hatte aussprechen können.

Ich habe Menschen verloren, von denen ich dachte, sie würden für immer an meiner Seite sein.

Ich habe Versionen meiner Zukunft verloren, die ich nie werde leben können.

Ich habe Nächte damit verbracht, an die Decke zu starren und mich zu fragen, wie ein Mensch sich zugleich vollkommen von Erinnerungen umgeben und vollkommen allein fühlen kann.

Menschen denken oft, Trauer sei laut.

Manchmal ist sie es nicht.

Manchmal heißt Trauer, Kaffee für eine Person zu kochen.

Zu viel Essen zu kochen, weil die eigenen Hände sich noch an einen anderen Menschen erinnern.

Auf das Handy zu schauen und genau zu wissen, wessen Namen man sich dort wünscht.

Manchmal heißt Trauer einfach, in einer Welt zu existieren, die sich weiterbewegt, während die eigene stehen geblieben ist.

Das Schwerste ist nicht immer die Traurigkeit.

Es ist die Frage, ob man am Ende nichts weiter sein wird als eine Erinnerung im Leben eines anderen.

Ob eines Tages die eigenen Fotos verschwinden.

Die eigenen Nachrichten gelöscht werden.

Die eigene Stimme unmöglich zu erinnern ist.

Ob jemand, der einmal alles über einen wusste, irgendwann den Klang des eigenen Lachens vergisst.

Ich glaube, das ist es, was „don’t delete me“ wirklich bedeutet.

Es geht nicht um Software.

Es geht nicht um Computer.

Es ist die leise menschliche Bitte, die in uns allen steckt.

Erinnere dich an mich.

Erinnere dich daran, dass ich hier war.

Erinnere dich daran, dass ich dich so ehrlich geliebt habe, wie ich es konnte.

Erinnere dich daran, dass ich es versucht habe, auch wenn ich gescheitert bin.

Ich habe Fehler gemacht.

Ich habe Menschen verletzt.

Menschen haben auch mich verletzt.

Nichts davon ändert etwas daran, dass jede Beziehung Stücke zurückgelassen hat.

Stücke, die ich immer noch trage.

Ich will nicht aus dem Leben der Menschen gelöscht werden, die mir am meisten bedeutet haben.

Nicht, weil ich idealisiert werden müsste.

Nicht, weil ich Vergebung bräuchte.

Einfach, weil ich echt war.

Und sie auch.

Wenn diese Jahre mich eines gelehrt haben, dann das: Liebe verschwindet nicht, nur weil zwei Menschen aufhören, denselben Weg zu gehen.

Manchmal verändert sie ihre Form.

Manchmal wird sie Dankbarkeit.

Manchmal wird sie Trauer.

Manchmal wird sie Schweigen.

Aber es gab sie.

Und vielleicht reicht das.

Wenn du je jemanden tief geliebt hast, hast du dir wahrscheinlich irgendwann dieselben Worte zugeflüstert.

Lösch mich nicht.

Erinnere dich daran, dass ich hier war.

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